Ein kurzer Überblick über die Geschichte des Dufts

Paris und seine Verbindung zu der Welt des Parfums

Die Franzosen waren es wohl nicht, die das Parfum erfunden haben. Die Verwendung parfümierter Balsame und Salben als Mittel zur Verführung kommt aus dem alten Ägypten. Sobald diese Praxis im 17. Jahrhundert Europa erreicht hatte, wurde Frankreich schnell zum Zentrum. 1656 wurde in Paris die Gilde der Handschuh- und Parfümmacher gegründet, und eine expandierende Industrie war geboren. Was passierte dann? Hier das Wichtigste:
 
Der parfümierte Hof

Im 18. Jahrhundert nannte man den französischen Königshof „la cour parfumée“, und Louis XV. selbst verlangte jeden Tag nach einem anderen Duft. Bald schon trug man Düfte nicht nur auf die Haut, sondern auch auf Fächer und Möbelstücke auf, um den Raumduft zu verbessern und auch um Seife, Wasser und das Baden zu ersetzen. Tatsächlich waren die Düfte damals kräftiger und sollten verdecken und verführen gleichermaßen. Der Bedarf aber war da, und die Industrie wuchs sehr schnell.
 
Napoleon und Josephine

Der berühmte Kaiser orderte jede Woche Veilchenduft. Angeblich soll er außerdem sechzig Flaschen Jasminextrakt im Monat verbraucht haben! Gleichzeitig war seine geliebte Josephine so sehr dem Moschusduft zugetan, dass dieser, der Legende nach, auch noch über sechzig Jahre nach ihrem Tod in ihren Schlafgemächern zu riechen war.
 
Die Erfindung von Kölnischwasser

Mit der Erfindung von Kölnischwasser im 18. Jahrhundert geschah ein revolutionärer Fortschritt in Sachen Duft. Mit dieser erfrischenden Mischung aus Rosmarin, Neroli, Bergamotte und Limone wurde der Duft wissenschaftlich geboren. Man gab ihn zum Badewasser, mischte ihn in den Wein, verspeiste ihn auf einem Zuckerwürfel und verwendete ihn zur Mundhygiene. Zu dieser Zeit wurden auch Glasflaschen beliebter. Dies führte zu …
 
 ... dem Anfang von Parfum, wie wir es heute kennen

Das Parfum wandelte sich bis zum 19. Jahrhundert von der Alchemie zur Chemie und Jasmin, Rose, Orange, sowie später auch Leder und Blüten fanden ihren Weg in die Düfte, die immer häufiger wegen der natürlichen Ressourcen in der Kleinstadt Grasse hergestellt wurden. In Paris etablierten sich Parfumhäuser wie Houbigant, Lubin, Roger & Gallet und Guerlain als kommerzielles Gegengewicht zur Produktion in Grasse und bildeten eine Partnerschaft, die bis in die heutige Zeit Bestand hat. Frankreich ist in der Tat der führende Lieferant von Parfums weltweit. Während Grasse als Produktionszentrum fungiert, ist Paris die glamouröse und anziehende Hauptstadt der Düfte. Unterwegs in dieser Stadt lassen sich unzählige Parfümerien entdecken. Bei einigen kreieren die Besitzer ihre eigenen Düfte, von denen viele ein Synonym für das sinnliche Wesen von Paris geworden sind. 
 



Stephanie K. Smith ist freiberufliche Autorin, die medienübergreifend arbeitet. Ihre Texte wurden auf Websites wie CNN.com oder National Lampoon veröffentlicht. Außerdem schrieb sie TV Pilotsendungen für Fox, CBS, The CW und Legendary Television. Sie lebt in Los Angeles mit ihrem Sohn Dash und ihrer (weiblichen) Katze Fred. 

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